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Infrastruktur

Warum innovative Tankstellen in Ladestationen investieren sollten

Oktober 14, 2021 | EVBox

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Elektromobilität sich rapide entwickelt:  Bereits jetzt gibt es Millionen von Elektroautos auf unseren Straßen und bis 2030 soll die Anzahl der E-Autos, -Lastwagen, - Busse, und -Lkw auf der Welt bis auf 145 Millionen Stück ansteigen. 

Mit dem Anstieg der Anzahl an Elektroautos, verändert sich auch das Kundenverhalten – immer mehr Autofahrer laden ihre elektrischen Fahrzeuge Zuhause oder auf der Arbeit. Dazu kommt, dass der steigende Bedarf nach E-Autos die Nachfrage nach Millionen von Barrel Öl beseitigen kann. Falls die Klimapolitik die gleiche bleibt, wären das bis zu 320 Millionen Liter weniger Öl am Tag.

Dieser Trend bringt jedoch viele Hürden für Tankstellenbetreiber weltweit mit sich: Laut einer Studie der Boston Consulting Group sind bis 2035 mindestens ein Viertel aller Tankstellenbetriebe weltweit gefährdet, solange sich deren Unternehmensmodelle nicht signifikant ändern.

Denn für Tankstellen bürgen diese Hürden auch eine einzigartige Möglichkeit, frühzeitig am Wandel teilzunehmen. Mit einer größeren Anzahl an Elektrofahrzeugen auf den Straßen, wächst die Nachfrage nach einer schnellen und zuverlässigen Ladeinfrastruktur exponentiell. Als Resultat ergibt sich eine perfekte Möglichkeit für die Kraftstoffbranche ihre bereits bestehenden Standorte auszubauen und sich der Marktänderung anzupassen.

Dieser Artikel zeigt auf, warum zukunftsorientierte Tankstellenbetreiber sich der Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und speziell den leistungsstarken Schnellladestationen, zuwenden sollten.

Drei Kellnerinnen arbeiten in einer modernen Tankstelle an der Autobahn

Tankstellenbetreiber passen sich zukunftsorientiert dem Kundenverhalten an

Der moderne Tankstellenbetrieb hat sich, durch ständige Anpassung an den Markt und an neuen Regelungen, weiterentwickelt. Früher war durch die Angst vor Brandgefahr jede Tanksäule mit einem Mitarbeiter besetzt. Damals war das selbstständige Tanken, oder gar eine Kombination von Tankstellen und anderen Dienstleistungen nicht vorstellbar. Als in den 1960er Jahren die Vorschriften gelockert wurden, entstand die moderne Tankstelle - oder der moderne Mini-Markt. Im Laufe der Zeit wurden eine Reihe von Dienstleistungen, wie zum Beispiel Autowaschanlagen oder To-Go Snacks, eingeführt.

Der Kraftstoffeinzelhandel ist heute ein wichtiger Bestandteil der modernen Wirtschaft. Laut einem Bericht von McKinsey & Company ist der Kraftstoff-Einzelhandel weltweit "eines der widerstandsfähigsten Segmente in der Öl- und Gasindustrie".

​​Im Laufe der Jahre ist der Markt für Kraftstoffe jedoch zunehmend unter Druck geraten. Um nur einige der Hürden zu nennen: niedrige Nettogewinnspannen beim Kraftstoff oder etwa Umweltbedenken, welche das Hauptprodukt des Kraftstoff-Einzelhandels in Frage stellen. Auch die McKinsey & Company Studie prophezeit in einer der aktuellsten Studien, dass die Nachfrage im Kraftstoff-Einzelhandel langsam zurückgehen wird - von 87 Milliarden Dollar im Jahr 2019 auf 79 Milliarden Dollar im Jahr 2030.

Doch obwohl die "neue Mobilität" eine Ursache für den Rückgang des Kraftstoffbedarfs ist, gehört auch diese, mit allen Veränderungen die die Elektromobilität mit sich bringen wird, zu den größten Chancen für moderne Tankstellen im 21. Jahrhundert.

Ein Strom von Lichtern, die von Fahrzeugen auf der nächtlichen Straße ausgehen, aufgenommen mit einer Kamera mit verlängerter Verschlusszeit

In den nächsten 20 Jahren steigt die Anzahl an E-Autofahrern auf den Straßen rapide

Während bis heute der Übergang von Autos mit Verbrennungsmotor (ICE) zu Elektrofahrzeugen von einer Handvoll Vorreitern dominiert wird, kann man davon ausgehen, dass Elektromobilität in den kommenden zwei Jahrzehnten der "neue Normalzustand" im Verkehrswesen sein wird. Für den Großteil dieses Wachstums sind besonders die folgenden drei Sektoren verantwortlich: Private Personenkraftwagen, gewerbliche Flotten und Erstausrüster (OEM-Hersteller).

 

Private Personenkraftwagen

Privatpersonen sind eine treibende Kraft beim Übergang zur Elektromobilität. Einem Bloomberg-Bericht zufolge könnten Elektroautos zusammen mit anderen emissionsfreien Fahrzeugen bis 2040 zwei Drittel der Verkäufe von Neuwagen in den Industrieländern ausmachen. Mit neuen, weltweiten wirtschaftlichen oder politischen Initiativen der Regierungen könnte sich diese Zahl sogar noch weiter erhöhen.

Einer der wichtigsten Aspekte, um diese Wachstumsperspektiven zu ermöglichen, ist die Installation von Schnellladestationen. Für viele potenzielle Elektroauto-Fahrer sind die „Reichweitenangst" oder die Unsicherheit, ob Sie Ladestationen finden, Haupthindernisse, sich (wieder) für ein Elektrofahrzeug zu entscheiden. Da die Schnellladetechnologie die Batterie eines Elektroautos in Minuten statt in Stunden aufladen kann, nimmt die Installation von Schnellladestationen an Autobahnen und in Städten immer mehr zu.

Die Befürchtungen der Autofahrer, dass Sie nicht in der Lage sein werden, ihr Fahrzeug aufzuladen, schwinden mit jeder neuen Schnellladestation. Wir gehen davon aus, dass genau diese Schnellladestationen den Übergang zur Elektromobilität weiter beschleunigen werden.

 

Gewerbliche Flotten

Da Verbraucher gegenüber Elektrofahrzeugen aufgeschlossener werden, treiben Unternehmen und Regierungen die Elektrifizierung ihrer Flotten voran. Ob aufgrund des Drucks von Wählern, Verbrauchern oder Aktionären - viele Unternehmen streben die Elektrifizierung ihrer Flotten auch an, um ihre Klimaziele zu erreichen.

IKEA, Amazon, UPS und Uber - als Beispiele, sind Firmen die die Elektrifizierung ihrer Flotten angekündigt haben, um die Klimakrise proaktiv anzugehen und ihre Emissionen zu verringern. Dieser Trend wird zu einer Beschleunigung der Akzeptanz für Elektromobilität in der breiten Bevölkerung führen, indem zum Beispiel der Bedarf an Elektrofahrzeugen bei Leasingfirmen erhöht wird.

Dieser Aspekt ist in der aktuellen Lage besonders wichtig, da Menschen während der Pandemie vermehrt zu Hause blieben und somit ein Rückgang bei der Nutzung von Privatfahrzeugen beobachtet werden konnte. In Verbindung mit den bestehenden Trends in der Sharing-Gesellschaft und im Online-Handel haben diese gesellschaftlichen Veränderungen dazu geführt, dass Unternehmensflotten zu einem integralen Bestandteil des Übergangs zur Elektromobilität geworden sind.

 

Erstausrüster (OEMs)

Das Engagement der Autohersteller im Bereich der Elektromobilität wird durch den Fakt widergespiegelt, dass bis 2025 rund 400 neue Elektrofahrzeug-Modelle geplant sind. Wichtig dabei ist, dass der Preisaufschlag für viele dieser Modelle eher früher als später der Vergangenheit angehören dürfte - und damit der Wendepunkt für Elektrofahrzeuge noch näher rückt.

Und dann ist da noch das Tesla-Paradoxon. Während Erstausrüster (OEMs) traditionell nur das Fahrzeug selbst produzieren, hat Teslas erweitertes Supercharger-Angebot die Kraftstoffhändler überrascht. Da das Unternehmen sein eigenes Ladenetz besitzt, ist Tesla in der Lage einen großen Teil der Transport-Wertschöpfungskette zu übernehmen. Mit dieser Herangehensweise ist Tesla jedoch keineswegs allein - Auch andere Hersteller bemühen sich ihre Ladeplattformen als Alternativen zu positionieren.

Dies ist ein wichtiger Grund warum Tankstellen-Betreiber sich bemühen mit OEMs wie Tesla mitzuhalten, um nicht Gefahr zu laufen ihre Kunden an diese zu verlieren.

Parkzeichen, welches zeigt, dass dort Elektroautos laden können

Die Nachfrage nach einer Schnelllade-Infrastruktur war noch nie so groß

Die zunehmende Anzahl an Elektrofahrzeugen für Privatpersonen, die fortschreitende Elektrifizierung von Fahrzeugflotten und der Fokus der OEMs auf die Elektrifizierung ihrer kompletten Vertriebs-Pipeline ergeben zusammen eine vielsagende Geschichte: Die des massiv wachsenden Bedarfs an einer  Ladeinfrastruktur.

Da sich die Fahrzeuge und auch das Verhalten der Fahrer ändern, war die Nachfrage an einer zuverlässigen und zugänglichen Ladeinfrastruktur noch nie so groß wie heute.

Um den Druck zu erhöhen, richten die Regierungen ihre Aufmerksamkeit zunehmend auf die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. In drei der größten Einzelhandelsmärkte der Welt (USA, EU und Großbritannien) engagieren sich die Regierungen zunehmend für die Finanzierung von Elektroauto-Infrastruktur. Zum Beispiel:

Die Kombination aus Maßnahmen zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen, der globalen Veränderungen der Verbrauchergewohnheiten und dem Wachstum der Elektromobilitätsbranche, verdeutlicht das Ausmaß des bevorstehenden Wandels. Laut McKinsey & Company wird der Wert des Ladens von Elektrofahrzeugen von heute auf 20 Milliarden Dollar im Jahr 2030 ansteigen. Dies ist eine Chance für Tankstellen-Betreiber, sich einen Vorsprung zu verschaffen und die wachsende Verbrauchernachfrage zu bedienen.

Tankstelle bei Nacht mit verschiedenen Zapfsäulen

Was DC-Ladestationen für Tankstellen-Betreiber bedeuten können

Tankstellen-betreiber besitzen perfekte Grundvoraussetzungen - sowohl in Bezug auf ihren Standort als auch auf den Markt, um von dem Wandel zur Elektromobilität zu profitieren.

Dies gilt insbesondere für die Einführung von Hochleistungs-Gleichstrom-Ladestationen (DC) auf dem Markt. Während Fahrer von Elektroautos zu Hause oder am Arbeitsplatz aufladen können, sind diese Ladestationen wahrscheinlich viel langsamer als Gleichstrom- (oder Level-3-) Ladestationen (AC), die die Batterie eines Elektroautos in Minuten statt in Stunden aufladen können. Wie bereits erwähnt, wird die Einführung dieser Ladestationen den Übergang zur Elektromobilität mit großer Wahrscheinlichkeit beschleunigen. Dies stellt eine einzigartige Gelegenheit für Kraftstoffhändler dar, sich an der Spitze zu positionieren und somit mehr Kunden zu gewinnen.

Darüber hinaus haben unsere Untersuchungen ergeben, dass 36 Prozent der Fahrer von Elektroautos ihre Fahrzeuge bereits an Tankstellen aufladen und weitere 21 Prozent würden dies gerne tun, wenn die Möglichkeit bestünde. Mit ihrer bestehenden Infrastruktur in bester Lage können Tankstellenbetreiber diesen vielversprechenden und wachsenden Markt für sich gewinnen.

 

Warum Tankstellen sich schon heute auf das Laden von Elektrofahrzeugen konzentrieren sollten

Moderne Tankstellen sind perfekt positioniert, um eine Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge anzubieten und ihre dominante Position in der Gesellschaft zu behaupten. 

Tankstellen mit Ladestationen für E-Fahrzeuge können neue, wohlhabende Kunden ohne feste Markentreue anziehen, die länger bleiben, mehr ausgeben und öfter wiederkommen. Kraftstoffeinzelhändler können ihre Umsätze durch mehr Verkaufsmöglichkeiten in Geschäften und an den Ladestationen selbst steigern. 

Kraftstoffhändler können außerdem ihren Ruf im Bereich der Nachhaltigkeit verbessern, indem Sie eine umweltfreundliche Alternative zu emissionsintensiven Kraftstoffen anbieten - und somit negativem Druck von Verbrauchern und Behörden entgehen.

Schließlich führt der Wandel zur Elektromobilität dazu, dass sowohl neue unabhängige Akteure (Betreiber von Ladestationen oder CPOs) als auch Erstausrüster (wie Tesla, die nicht nur das Fahrzeug, sondern auch die Ladeinfrastruktur besitzen) versuchen werden sich von der Konkurrenz abzuheben und einen Teil des vielversprechenden Marktes für sich einzunehmen.


Indem Sie noch heute in eine neue Art der Fortbewegung investieren, festigen vorausschauende Kraftstoffhändler ihre Position im Ökosystem der Mobilität von Morgen.

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